Von der Vielfalt der academischen Gesellschaft.



Früher da herrschten die drei Wege, der Schwarze der Graue und der Weise, doch vergingen sie. Der Pragmatismus verdrängte die Ideale, und so nahmen die Streitigkeiten ab, und man begann zusammen zu wirken und zu forschen. Die Magier der alten Welt blühten auf, durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Einhergehend mit dieser Entwicklung wurden sie jedoch immer Gesetzter denn ohne Konkurrenz verebbte der Ehrgeiz. Doch mit wachsendem Pragmatismus, und schwindendem Idealismus missten die Gelehrten das ehrenhaft Höhere nach dem zu streben noch tief in ihnen verwurzelt lag. Und so wie es sich in der Welt immer wieder spiegelt, fuhr der unergründliche Spirallauf fort, um ein fortkommen zu gewährleisten.
Und so wie man in einer kerzenbeleuchteten Halle die Säulen mehrere Schatten werfen, so geschah es auch mit den alten Wegen. Oft kam der Aufschrei einiger Gelehrter den Rückzug zu alten Werten anzutreten, die "reine Form" der Wege anzustreben. Doch dazu ward schon zuviel der Zeit vergangen, zu vieles geschehen was sich als Unumkehrbar erwies. Die Bemühungen der Wenigen (den Idealismus zurück zu gewinnen), und der Pragmatismus der Anderen, erschuf ein facettenreiches Gebilde, der bizarrsten Licht- und Schattenspielereien. Eine arcane Welt in der Sonnenstrahlen und Dunkelheit, Schatten und Kerzenschein so nah Aneinanderfallen wie in der wirklichen Welt, der Handwerks- und Handelsleut auch. Und so kann man es kaum Ansatzweise beschreiben, um diesem Gefüge gerecht zu werden. Doch wie es nun einmal in der Natur der Magier liegt, versuchen diese alles zu katalogisieren, kategorisieren und zu archivieren. Einen kläglichen Versuch ein solches Schauspiel wahrheitsgetreu zu Papier zu bringen kann man leicht rekonstruieren, jedoch hinter die wahren Begebenheiten zu blicken, das vermögen nur die Wenigsten.

Hier aber soll versucht werden eine der unzähligen Möglichkeiten zu finden, und diese an Hand von archivierten Beispielen aus der Tiefe der ältesten Bibliotheken zu argumentieren. Wie schillernd die Geschichten vergangener Größen auch sein Mögen, seid euch immer Bewusst, dass ihr euren eigenen Weg zu suchen habt, sonst werdet ihr wohl bis ans Ende eurer Tage nach eurem Innersten suchen..


Die Wege der Tradition:



Sieht sich ein Mann oder eine Frau dazu berufen den traditionellen Ausrichtungen der Wege des Lichts oder der Dunkelheit zu beschreiten und die arkane Macht, die Manipulation des Gewebes, für diese Ziele einzusetzen wird er unter den Kundigen gemeinhin als Bewahrer oder Erhalter tituliert. Ein Bewahrer oder Erhalter folgt den dreieinigen Tugenden der Pflicht, Ehre und Ernsthaftigkeit. Er ist dem wohl der Allgemeinheit verpflichtet welches nach seinem Sinnen stets über dem einzelnen, gar über sich selbst steht. Verschiedene Beweggründe mögen dies sein, sei es zum einen vielleicht den Göttern gefällig zu erscheinen oder den Herrn seines Schwurs zu unterstützen und damit Land und Volk zu schützen. Ein den Traditionen folgender ist sich der Tugend der Ernsthaftigkeit stets bewusst. Es ist nicht seine Art über ernste Dinge zu lachen, denn es zeugt von mangelndem Respekt. Es ist keine Art, Gerüchte in Umlauf zu bringen, denn sie verursachen und verbreiten Uneinigkeit. Er ist sich stets dem ganzen bewusst denn ohne diesem würde er seine Stellung und seinen Zweck in der Welt vergessen. Die Optionen des Arkanen sind mannigfaltig und der Bewahrer oder Erhalter wird von diesen Gebrauch machen so sie dem höheren Ziel dienen. Er ehrt die Götter oder seine Vorfahren, sie geben ihm den Halt den er ob seinen großen Aufgaben braucht. Ohne göttliches und weltliches Gesetz könnte das Volk das Richtige nicht vom falschen unterscheiden.

Bewahrer der lichten Traditionen: Gerechtigkeit darf weder grausam noch rücksichtslos sein, denn mit gerechtem Handeln verdient man sich die Liebe, das Vertrauen und den Respekt. Selbst vor den Feinden respektvoll zu sprechen zeugt von hoher Beherrschung des eigenen Geistes, denn merket auf, gemäßigte Worte können den Zorn besiegen.

Das Schicksal war heut' voller Freud', nicht Wut
Er wird mächtig sein, in Kraft und im Herzen,
dem Volk soll er bringen Hoffnung und Ehr.

Erhalter der dunklen Traditionen: Die Ordnung aufrecht zu erhalten ist oberstes Gebot. Jedweder Weg der dies unterstützt sei stets gebilligt. Seine Feinde werden mit möglichst großer Effizienz unschädlich gemacht. Nie wieder sollen sie versuchen seine Wanderung auf den Pfaden zu stören.

Nicht verletzt durch Stahl oder Verzauberung,
weder Krankheit noch Gift werden ihm zufügen Schmerzen.
Auf den Boden soll tropfen das Blut des Feindes.


Die nach der „reinen Form“ trachten.



Verfechter des Lichts
Nur ein gerechter Mensch, durch Blut, Eid und Pflicht an das Gute gebunden, kann dem Sündenpfuhl des umherwandelnden Lumpenpacks dieser Welt wiederstehen. Viele dieser Menschen nennen sich selbst die Verfechter des Lichts. Die stetigen Sieger des Guten wissen wie furchtbar die Verderbnis der vom rechten Wege abgekommenen Seelen ist und sahen jene die sich frech der Sünde rühmten und voller Tücke waren. „Sollen wir etwa die versteckten Heerscharen der Verdammten Seelen einfach hinnehmen? Jener überheblichen Masse an Gefallenen kann man nur beikommen in dem man ihr Blut für immer mit dem reinigenden elementaren Feuer der Magie vernichtet.“
Die Verfechter des Lichts haben beschlossen die Unreinen mit allen Mitteln zu kasteien und die dunklen Seelen mit Hammer und Hand zu peinigen. Ihrem Kampf gegen das Böse und Chaotische widmen sie sich selbstaufopfernd, gar zerstörend und streben dadurch dem Ziel entgegen das Gute zu verbreiten und durchzusetzen. Ihren Idealen fanatisch folgend wollen sie die Menschen einigen und mit gebündelten Kräften das Dunkle zerschlagen.

Niemals werde ich vor Eurer Macht erzittern oder weichen.
Niemals werde ich Heim und Heimat aufgeben.
Und mögen von meinem Blut,
Das Streben anderer beflügelt erblühen.


Streiter der Dunkelheit
Der Gegenpol des Lichtes, die Dunkelheit. Auch die Schatten bringen fanatische Verfechter hervor welche ihrerseits Andersdenkende als Narren und Schwächlinge besehen. Sie werden angreifen sobald sich die Gelegenheit bietet, sie werden die Tempel des lichten Pantheons zerschmettern und das Blut ihrer Priester für ihre dunkle Magie nutzen damit sie noch machtvoller werden. Die Knochen der Gefallenen werden ihre Diener sein und die Namen derer die nicht verstehen wollen werden hinweggefegt werden aus dem Geist. Die Streiter der Dunkelheit wollen mit ihrer Magie über Leben und Tod bestimmen, sie sind Tyrannen, geführt von dunklen Dämonen oder aus eigenem Antrieb um unheilige Macht zu erlangen um ganze Landstriche mit ihrer Magie verwüsten zu können. „In Zukunft werden es nur Wenige wagen, sich gegen uns zu stellen. Nur ein Name wird ängstlich geflüstert werden: der Name eures Herren und Meisters.“
Sie kämpfen gegen das Gute, Friedliche und Geordnete mit den fanatischen Mitteln eines oft kranken wie genialen Geistes welcher zerstörerische Magie hervorzurufen im Stande ist. Ihr Gefolge und Weggefährten sind nur Mittel zum Zweck stets äußerst nützlich bis sie entbehrlich sind. Sie wollen das Chaos auf der Welt verbreiten denn von einem Einzelnen lässt es sich im Chaos leichter Macht ausüben.

Verursacht Erdbeben, zerschmettert Steine!
Füttert die Winde mit Feuer!
Fegt die Seelen des Guten vom Land!
Füttert die verbrannte Erde mit ihren Seelen!


Der Beobachter
Das Vergnügen des Forschens ist das Vergnügen, in das zuerst Unbegreifbare zu entschwinden. Doch viele jener, die diese Welt herausfordern, werden darum wissen dass schon alleine eine sanfte Berührung der Fingerspitze, die glatte und ruhige Fläche beeinflussen kann, was das Objekt der momentanen Aufmerksamkeit verändern könnte und somit alles Forschens vergebens machen würde. Selten nur verlässt man die architektonische Entzückung des Geistes und widmet sich einer anderen Rolle als die des wissenden Beobachters, denn jenseits der Einflussnahme gibt es keine Fehler und reine geistige Artikulation ist das Maß aller Dinge. Das allweltliche Geschehen ist nicht mehr als Schauspiel und Lüge und für ihn nur theoretische Inspiration, welcher Aufmerksamkeit gewidmet wird um eingreifen zu können wenn seine eigenen Ziele bedroht erscheinen.

Die Magie, lasst sie hinhein
macht auf eine geheime Tür,
am Altar des Wissens,
in das Heim Eures Geistes,
wo sicher es bewahrt wird
und behütet es.


Hüter
Die Hüter der Magie verstehen es als ihre Pflicht stets die arcane Belange im Auge zu behalten, um das was ihnen als höchstes gilt zu wahren, das Wissen. Dieses Wissen behüten sie um das arcane Gefüge welches in wichtigkeit dem Wissen in nichts nachgereiht ist, zu erhalten. Sie verstehen sich auf das Forschen, doch vorrangig widmen sie ihre Studien dem Vergangenen um auf Kommendes vorbereitet zu sein. Selten ist es ihr anliegen neues Wissen anzuhäufen, denn dies birgt immer die Gefahr, einer unabsehbahren Belastung des arcanen Gefüges. Wenn überhaupt also, forschen sie nur mit Bedacht, und mit dem Ziel dadurch das Arcane wie es die Wissenschaft kennt zu wahren. So versteht es sich auch das sie gegen all jene erbittert in die Schlacht ziehen die den Grundfesten ihrer Welt schaden zufügen. In sicheren Zeiten jedoch verzichten sie beinahe gänzlich auf die Ausübung ihrer Fähigkeiten um das arcane Gefüge zu schonen, um damit die asketischen Überzeugungen zu unterstreichen.


Suchende/Schaffende
Diejenigen die ihre Neugierde nicht zu zügeln lernten sind es die man weithin lächelnd die Suchenden nennt, was eigentlich einen Unkundigen bezeichnet. Immer wieder wird das Argument vorgebracht, sie selbst wissen nicht wo ihr Platz sei. Doch naturgemäß sehen dass die Schaffenden anders - wie sie sich selbst gerne bezeichnen, wenn sie von sich oder anderen namhaften Vertretern sprechen. Stets gewinnt der Drang etwas Neues zu entdecken die Oberhand, und so kann man wenn man den Geschichten folgt, bald erahnen das sich unter den Schaffenden die meisten tragödischen Unglücke ereignen. Jedoch finden sich unter ihnen auch jene Vertreter der Magischen Landschaft die quantitativ die meisten mehr oder weniger brauchbaren Erkenntnisse an den Tag fördern. Einige haben sich erfolgreich niedergelassen und genießen großes Ansehen in ihrer Stadt durch ihre praktikablen Neuerungen. Andere hingegen wohnen verstoßen aus ihrer Gemeinschaft da die Erforschung von daimonoiden Ausdünstungen, zu wenig Wohlgefallen führte. Abgesehen von ihren Forschungen selbst nutzen sie natürlich die erlangten Erkenntnisse auch ausgiebig im Alltag um diesen zu vereinfachen.
Obgleich es oft zu Grundsatzdiskussionen mit Hütern oder Beobachtern führt, vertreten sie standhaft die Meinung, dass nur durch den Mehreinsatz von arcanen Kräften das Wissen in angemessener Menge erworben werden kann und dieser Einsatz durch die daraus gebotenen Möglichkeiten gerechtfertigt wird.