Talismanistik - Der Aufbau und die Erschaffung von Schutzamuletten
(Liadan Blayre, Adepta artem magicam sinistram)
Inhaltsverzeichnis
- Allgemeines über Amulette
- Gängige Amulette
- Diagnose und Aufbau der Amuletterschaffung
- Gängige Symbole
- Metallurgie – Metalle und deren Bedeutung
- Mineralogie – Edelsteine und deren Bedeutung
- Aktivierung, Stärke und Wirksamkeit
- Fehlwirkungen, Nebenwirkungen, Fehlschläge
- Quellenangabe
Allgemeines über Amulette
Als Amulett gelten grundsätzlich unglücksabwehrende, schützende oder bewahrende Gegenstände, die am Körper getragen werden; vor allem Schmuckstücke, und in erster Linie Anhänger die um den Hals getragen werden, fallen unter die Bezeichnung „Amulett“. Einem Focus gleich besitzen diese Schmuckstücke bestimmte Wirkung und Eigenschaften, die den Träger schützen, bewahren oder unterstützen sollen. Aber auch andere kleine Glücksbringer, die in Beuteln oder in Taschen, als Ring an der Hand, oder als Armband getragen werden, sind als Amulett anzusehen. Diese Gegenstände besitzen für den Träger besonderen Wert, der sich an weltlichen Maßen nicht festlegen lässt, meist erinnern sie an ein Begebnis, oder sie sollen Glück bringen, Erinnerungen wahren, oder vor bestimmten Fehlern behüten.
Im Gegensatz zu Talismanen soll ein Amulett jedoch nichts herbeibringen, sondern etwas abwehren, und sind daher als passive Hilfestellungen anzusehen. Ein Amulett wirkt gegen Unglück, während eine ähnliche Ausführung als Talisman das Glück anziehen soll.
Amulette finden sich in jeder möglichen und unmöglichen Ausführung, vom spirituellen Gottessymbol bis hin zum einfachen Kieselstein, der nur durch dessen Fundort, oder Fundzeitpunkt etwas besonderes darstellen, als auch in Form von feinst gearbeiteten Anhängern, die durch deren eingewirkte Symbole oder Juwelen besondere Eigenschaften verleihen sollen.
Einem Amulett wird eine spirituelle Kraft nachgesagt, sodass es nicht selten zu vermuten bleibt, ob ein Amulett seinen Träger früher oder später nicht willentlich verlässt, sobald es nicht mehr gebraucht wird, oder aber genau in dem Moment auftaucht oder übergeben wird, an dem es am meisten gebraucht wird. Dennoch sind auch die handerschaffenen Amulette weithin bekannt, und nicht selten wird auf sie zurückgegriffen, um bestimmten Werten Bedeutung und Aussage zu verleihen.
Gängige Amulette
Die alleseits gängigen Amulette teilen sich in drei Gruppen, einerseits die Gegenstände, die wie erwähnt durch Fundort, Begebenheit, oder Fundzeitpunkt einen besonderen Stellenwert einnehmen und grösstenteils eher dazu dienen, den Träger an eine Begebenheit zu erinnern, oder an bestimmte Werte, die er beim Fund damit verband. Andererseits die Schmuckstücke, die mit Juwelen durchwirkt einen eher sozialen oder geschmacklichen Stellenwert darstellen und großteils aus Unwissenheit eher der Zierde dienen. Drittens jedoch existieren die magisch gewirkten Amulette, die die Talente des Trägers unterstützen und verbessern sollen, und dies nur mithilfe eingewirkter magischer Juwele und der Hilfe eines geübten Magiers zu vollbringen vermögen. Hier teilen sich die Amulette in mehrere Formen, die schwächeren Varianten, die durch ihren eher matten, fahlen Abglanz hervorstechen, und daher meist mit der Titulierung „mattes oder stumpfes Amulett“ bezeichnet werden, und die stärkeren Varianten, die durch ihren brillianten, strahlenden Abglanz auffallen, und daher auch als „glänzendes oder strahlendes Amulett“ bezeichnet wird.
Dennoch teilen sich alle Amulette den Nachteil, dass sie meist auf Eisen, Gold oder Silber gewirkt sind, und kein anderes Metall wirklich in Betracht gezogen wird. Dass dies ein Nachteil ist, soll später im Bereich „Metallurgie“ erläutert werden.
Allgemein gelten die Kreis- und die Ovalform als die gängisten, generellsten Formen eines Amuletts, und werden auch vor allem für Glücks- und Geistesamulette empfohlen.
Die Dreiecksform hingegen ist besonders bei Schutzamuletten beliebt.
Diagnose und Aufbau der Amuletterschaffung
Um also ein wirksames, zweckgebundenes Amulett zu erschaffen, sodass der Suchende nicht auf Glück oder Handel harren muss, erfordert einiges an Pflichtgefühl, Verstand und Einfühlungsvermögen. Wie später im Bereich Metallurgie und Mineralogie beschrieben besitzen sowohl die Erze verschiedenste Eigenschaften, als auch die Edelsteine selbst sowohl den Charakter, als auch die Gesundheit maßgebend beeinflussen können. Eine schlechte, falsche oder fehlerhafte Zustammenstellung eines Amuletts kann so von schlicht fehlender Wirkung bis hin zu ernstlichen Störungen des Geistes, der Gesundheit und der Gesinnung führen, die bis hin zum Tode oder gar Wahnsinn führen können.
So ist also vor allem einmal eine genaue Diagnose des Charakters des Kunden vonnöten. Hierbei sei zu raten, vom Grundsätzlichsten zum Offensichtlichsten vorzugehen, das heisst, man muss ähnlich der Musik zuerst den Grundklang des Geistes des Kunden erfassen, bevor man die Melodie erforscht. Dies geschieht vermittels der Fassung, und somit über die Auswahl eines geeigneten Edelerzes für die Grundlage des Amuletts. Einen Krieger zu erforschen fällt hier meist leicht, man frage ihn einfach nach der Rüstung die er am häufigsten trägt oder trug, denn mit jenem Metall kann man ganz grundsätzlich schon einmal nicht falsch liegen. Dennoch kann es manchmal von Nöten sein, ein anderes Erz zu wählen um die angestrebte Wirkung zu sichern; dies jedoch soll einzig und allein von kundigsten Händen erfolgen, und keinesfalls in wilder Probiererei enden.
Bei nicht-kriegerischen Kunden fällt eine Auswahl des Fassungsmaterials bereits schwerer, doch ist die Auswahl der Erze nicht allzugross. Prinzipiell gilt, dass ein Kunde den man länger und genauer kennt, leichter einzuschätzen ist als ein Wildfremder, und ebenso gelte es als Verantwortung des Mystikers, Fremdlingen nicht einfach ein Amulett zu fertigen, ohne dessen Beweggründe und Gesinnung zu kennen. Sei es aufgrund der Gefahren für den Träger, oder aber aufgrund der möglichen Schädigung der Umgebung infolge der Amulettübergabe, prinzipiell soll es vorgezogen werden, dem Kunden zuerst auf natürliche, non-hermetische Weise zu helfen zu versuchen, bevor man auch nur an die Fertigung eines Amuletts denkt.
Sobald das Fassungsmaterial ausgewählt wurde, muss die Form und damit die Symbolik bedacht werden. Gläubige Kunden werden von vorneherein Symbole bevorzugen, die ihrem Gott zugeschrieben werden, während für Glücksamulette, Geistesamulette und Schutzamulette bestimmte Formen als am gängigsten geführt werden. Je nach Ziel und Wirkung, welche das Amulett besitzen soll, wird die entsprechende Form ausgewählt. Eine Zeichnung des Amuletts soll dem Träger vorgehalten werden, und so er nicht unvermittelt positiv und angetan reagiert, sollte die Form umgehend geändert werden, sodass eine passendere gefunden werden kann.
Als dritter und letzter Schritt im Aufbau eines Amuletts müssen die geeigneten Symbole oder Edelsteine gefunden werden. Die Symbole die auf dem Amulett selbst eingraviert werden sollen, bestehen meist aus bestimmten Iconographien, die Göttern zugeschrieben werden. Auch gewisse Formen wie das Pentagramm, die Doppelringe, das Ankh und weitere allgemeinbekannte Zeichen gelten als geeignet, so der Zweck des Amuletts mit der Bedeutung des Zeichens konform geht. Diese Amulette, geschmückt von allgemeinbekannten Formen, werden auch als „universelle Schutz- oder Glücksamulette“ geführt, und werden auch ohne magische Bewirkung angeboten.
Edelsteingewirkte Amulette hingegen gibt es in dutzenden Formen, denn die Kristalle werden nicht nur den Göttern oder Elementen selbst zugeteilt, sondern sollen auch auf den Charakter des Menschen spezifische Wirkung ausüben, um einen angestrebten Geisteszustand zu erreichen. So muss der Fertiger eines Amuletts bedenken ob Symbol oder Stein in das Amulett gewirkt werden soll, sondern auch ob es die Symbolik oder der Edelstein ist, der die angestrebte Wirkung unter dem Einfluss von Magie zu erreichen vermag.
So all diese Punkte und Bestimmungen erfüllt und nach bestem Wissen und Gewissen abgearbeitet wurden, sollte der Bauplan für das endgültige Amulett in allen Details und Maßen vorliegen. Das Amulett selbst muss von einem Feinschmied gefertig werden, der seine Kunst ausserordentlich gut beherrscht, und vermag dem Schmuckstück die Wichtigkeit in der Fertigung zukommen zu lassen, die es verdient. Umso genauer, sorgfältiger und gleichmässiger das Schmuckstück gefertigt ist, umso wirksamer und genauer kann auch der Magier oder Mystiker das Amulett schlussendlich mit seiner magisch verstärkten Wirkung versehen.
Gängige Symbole
Allgemein geläufige Symbole
Das Pentagramm: Die fünf Spitzen des Pentagramms symbolisieren die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde, Luft sowie als fünftes den Äther (Geist). Allerdings gibt es über diese Zuordnung auch andere Deutungen.
In der Ritualistik gilt das Pentagramm als eines der mächtigsten Symbole, entweder mit einer Spitze nach oben (Weißmagie) oder mit zwei Spitzen nach oben (Schwarzmagie). Mit der Spitze nach oben ähnelt das Pentagramm einer menschlichen Figur, mit zwei Spitzen nach oben kann man einen gehörnten Kopf darin erkennen.
Das Pentagramm als abgeschlossene Linie bietet Schutz vor Dämonen und dämonischem Einfluss, der auch gerne als „das Böse“ allgemein bezeichnet wird. Auch soll es vor Nachtmahren, hexerischer Beeinflussung und dem bösen Blick schützen.
Die liegende Acht - Die Unendlichkeitsschleife: Die liegende Acht stellt die Unendlichkeit an sich dar, und stellt damit vor allem den generellen Kreislauf des Lebens, die Wiedergeburt und die Unsterblichkeit der Seele dar. Alles wiederholt sich, nichts findet ein endgültiges Ende im Nichts. Auch steht es für die stetige Weiterreise der Seele zwischen dem Reich des Todes und des Lebens.
Das Chaoskreuz: Es seien es ein unbestimmter Gott und bessere Ordnung, die den Zwiespalt der in einem Gebilde unverbunden umherwabernden und einander widerstrebenden kalten und warmen, weichen und harten, trockenen und feuchten Massen aufheben. Geschieden werden bei diesem Akt Meer, Erde und Himmel, wobei die dichtere Luft noch vom feineren Äther getrennt werde.
Das Chaoskreuz ist vor allem unter Anhängern der Ein-Gott oder Kein-Gott-Theorie äusserst beliebt, da es die Welt als Ort der Zusammenpralle und damit der Zufälle, aus denen alles entstand und entsteht, darstellt. Keine Götter, sondern eine einzige höhere Macht, die durch ihre Interaktion mit der Welt alle Dinge erschuf, und schlussendlich nichts unberechenbar macht, aber alles unvorhersehbar, sodass das Chaos herrscht, um von Menschenhand sortiert zu werden.
Göttersymbole
Meranus - Das Ankh
Das Ankh ist Zeichen des Lebens, und das Symbol für Meranus. Es steht in Zusammenhang mit dem Überleben des leiblichen Todes und Weiterleben im Jenseits, sowie für Heilung, Wohlsein, Gesundheit und Barmherzigkeit.
Imaeath - Die Waage
Die Waage Symbolisiert die Gerechtigkeit und die Ausgeglichenheit zwischen Strafe und Vergebung. Gleichwohl ist sie ein Zeichen für Wahrheit, die Suche danach, und die Liebe dazu, und symbolisiert den rechten Geist mit der rechten Gesinnung.
Samara - Der Falke
Mit scharfem Blick und hartem Griff für das rechte Ergebnis. Streitbar und frei von weltlichen Auflagen sucht der Falke seine Beute. Der Falke, welcher Samara symbolisieren soll, steht für Tapferkeit, Ehre, und die Kampfbereitschaft.
Ariatha - Der Baum
Wachstum, Leben, Fruchtbarkeit, Naturverbundenheit und eine wohle Geburt symbolisiert der Baum der Ariatha, und soll auch seine Träger vor Krankheiten, Unbill, Schwächlichkeit und Siechtum schützen, und eine wohle, gute Geburt ermöglichen.
Hiketaios - Die Schreibfeder
Zu erforschen und zu beobachten, zu lernen und zu wissen, Wissen zu mehren und Wissen zu erhalten stellt die Schreibfeder dar. Sie soll Einsicht, Verständnis, geistige Klarheit und Aufmerksamkeit fördern, sodass Wissen gesammelt und gemerkt werden kann.
Kardis - Das Auge
Mit wachsamem, klarem Blick sollst du durch das Leben schreiten, und mehr sehen, als nur die Hülle oder Oberfläche zu offenbaren vermag. Hinter die Maske zu blicken und die wahren Gründe und Vorgänge zu erkunden, die wahren Gefühle zu entdecken, und somit mehr Einsicht in die Menschen soll dieses Symbol verleihen.
Noravin - Der Amboss
Der Amboss stellt das Symbol für Strebsamkeit, Fleiß und die Suche nach Perfektion der Kunst dar. Der Handwerklichen Kunst zugetan soll dieses Symbol zu nimmermüdem Streben nach Perfektion und Kunstfertigkeit darstellen, aber ebenso den Starrsinn und das Selbstbewusstsein stärken.
Yespha - Die Rabenschwingen
Still und ruhig, beherrscht und urteilslos sollen die Schwingen der Rabenherrin ihre Träger stimmen. Den flammenden Geist beruhigen, den Trübsinnigen in stille Ruhe hüllen, dem Sterbenden den letzten Weg weisen und Schwingen verleihen, sodass er mit der Herrin zu fliegen vermag.
Neq’roth - Der Totenschädel
Ewiges Leben, ewiges Unleben, und die Hingabe zu Chaos, Hass, Zerstörung und der Macht über den Untod stellt der Totenschädel Neq’roth’s dar, und gleichzeitig das Streben nach uneingeschränkter Macht und Beherrschung alles Existierenden.
Thoronac - Die Spinne
List und Verschlagenheit, ein scharfer Verstand und die Herrschaft aus der Dunkelheit stellt die Spinne dar. Mit ihrem stillen, reglosen Lauern, und ihrem blitzschnellen Vorzucken, so die Beute im Netz gefangen ist, symbolisiert sie Geschick in der Diplomatie, der Intrige, und der Taktik.
Rash’kar - Die gekreuzten Klingen
Kampfeslustig, blutlüstern und stets der Zelebrierung von Krieg und Sieg zu Füßen, stehen die gekreuzten Klingen Rash’Kars für Kampfeslust, Blutrausch und Gnadenlosigkeit im Kampfe. Ebenso sollen sie die Fähigkeiten des Kriegers steigern und ihm den Weg zur Perfektion deuten.
Metallurgie - Metalle und deren Bedeutung
Silber | - | Ehre |
Bluterz | - | Leben (das Leben Unschuldiger und Wehrloser zu schützen) |
Kupfer | - | Dauerhaftigkeit, Haltbarkeit |
Eisen | - | Kurzlebigkeit, Vergänglichkeit, Sterblichkeit |
Verite | - | Starrsinn |
Agapite | - | Geschick |
Gold | - | Stolz |
Schwarzfels | - | Kampfkunst |
Valorite | - | Magie, Hexerei, Ungewissheit und Unerklärliches |
Mythril | - | Antimagie, Misstrauen gegenüber dem Fremdartigen und Unerklärlichen |
Mineralogie - Edelsteine und deren Bedeutung
Amethyst
Weinähnlich
Vernunft, Ausgeglichenheit, gegen Trunkenheit, Dämpfung des Geschlechtstriebes, Stärkung der Freundschaft
Obsidian
Schwarz, schwarzblau, dunkelbraun
Heilung, auch Geistheilung, Verstandesschärfe
Aquamarin
Meergrün bis tiefblau
Gegen dämonische Einflüsse, gegen Melancholie, gegen Leberbeschwerden, fördert das Liebesleben, vertreibt Krankheiten und Gifte, heitert das Gemüt auf
Bergkristall
Durchsichtig
Verminderung des Durstes, Geisteranrufung, Schutz vor Frost und Erfrierung, Klarsicht, Wetterfühligkeit, Empathie, Götterkontakt
Bernstein
Hellgelb bis dunkelrot
Schutz für Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder, Linderung von Blasenbeschwerden
Blutstein
Rotbraun bis tiefschwarz
Linderung von Augenleiden und Blutungen, Schutz vor dem Bösen und Schutz gegen Verletzungen
Citrin
Hellgelb bis zitronengelb
Schutz vor dem Tode im Schlachtfeld, Schutz gegen Verletzungen
Diamant
Durchsichtig
Aufhebung von Giften, Befreiung von Ängsten aller Art, Selbstsicherheit, Schutz vor Nachtmahren
Rubin
Blutrot
Mut, Tapferkeit, Stärkung des Herzens, Erheiterung des Gemüts
Saphir
Hellblau, selten grünlich
Bescheidenheit, Keuschheit, Schutz vor Angst und Zorn, gegen Besessenheit
Smaragd
Giftgrün bis tiefgrün
Schutz gegen dämonische Mächte, Intuition, Frieden und Harmonie, Ausdruckskraft, Dämpfung der Erregbarkeit, Unterstützung bei der Suche nach dem richtigen Weg, Lebensverlängernd, gegen Kummer, Schutz vor Giftbissen, Pflanzenwachstum
Sternsaphir
sternförmig, hellblau bis blau
Gläubigkeit, Glaubensfestigkeit, Zuversicht, Hoffnung, Liebe, Vertrauen
Aktivierung, Stärke und Wirksamkeit
So das Amulett gefertigt wurde, muss dieses noch mithilfe magischer Energie aktiviert und somit wirksam gemacht werden. Dies geschieht über Meditation und Focussierung der eingewirkten Bestandteile und der erwünschten Wirkung, die man dem Träger angedeihen lassen will. Eine Visualisierung der Symbole und der Eigenschaften des Amuletts wird mithilfe von Kontakt zum Astralen Gewebe magisch unterwirkt, und sodann in den Amulettkörper entladen. Die Fixierung der Wirkung darin erfordert jedoch entsprechende Macht und Erfahrung, und so vermag es einem Adepten nur unter grössten Anstrengungen zu gelingen, eine geringe Wirkung des Amuletts spürbar zu machen, während ein Magus der Profession entsprechend moderat auf das Amulett einzuwirken vermag. Die Stärke der Wirkung und die Effizienz des Amuletts hängen letzten Endes von der Macht des Schaffenden, von der korrekten Zusammenstellung des Amuletts, und von der Beeinflussbarkeit des Trägers ab. Je nachdem wie gelungen die Zusammenstellung sich erweist, schwankt auch die Wirksamkeit, und so lässt sich ein leicht beeinflussbarer Geist, der offen für unbewusste Einflüsse ist, sich leichter durch ein Amulett verändern, als ein geistesgefestigter, abgestumpfter oder äusserst willensstarker Geist. Umso mehr die Kräfte des Amuletts jedoch gegen den natürlichen Charakter des Trägers kämpfen müssen, umso kurzlebiger ist die Wirkung, und so kann es vorkommen, dass ein sorgsam gearbeitetes, starkes Amulett binnen weniger Wochen seine Kräfte einbüsst, und somit wirkungslos wird, so es dem Träger nicht entsprechend angepasst wurde.
Fehlwirkung, Nebenwirkung, Fehlschläge
Dennoch, und trotz aller sorgfältiger Vorbereitung und Planung verbleiben viele Amulette abseits magischer Wirkung, schlagen fehl, führen zu unvorhergesehenen Geistesreaktionen des Trägers, oder aber lösen ein regelrechtes Desaster aus, einhergehend mit umgekehrter Wirkung.
Wie bereits zuvorderst erwähnt muss ein Amulett vermittels der Bestandteile sorgsam an den Charakter und die Gesinnung des Trägers angepasst werden, und auch ein magisch gestärktes Amulett vermag es nicht, den Geist eines Menschen völlig umzudrehen oder wider dessen Natur eine positive Wirkung zu entfalten.
Einem Träger, der sein Leben auf seinem Stolz gründet, sei ein güldenes Amulett zu verleihen, und schon Silber könnte einen solchen Manne in arge Bedrängnis und Verwirrung stürzen, ringen in ihm doch schliesslich Ehre und Stolz miteinander. Fehlzusammenstellungen können so zu geistiger Verwirrung, Zornesausbrüchen, Konfusion bis hin zu Wahnvorstellungen oder Selbstverletzung führen, einen mutigen Mann zu einem zitternden Feigling formen, oder aber schlicht und einfach nicht wirken. So sei von der Nutzung von Amuletten abgeraten, solange die Sorgen und die Probleme des Kunden mit herkömmlichen Methoden getilgt werden können, und die Amulette selbst erst nach sorgfältigster, ordentlichster Planung und Überlegung zu fertigen.
Quellenverzeichnis
„Metallurgie - Edelerze und deren Bedeutung" im persönlichen Gespräch mit Morgosh Orkenschlächter, Tetharion
„Verschiedene Amulette" im persönlichen Gespräch mit Mystikerin Marlatena, Tetharion
„Mineralogie - Edelsteine und deren Bedeutung" in Selbstinitiative durch Erforschung diverser Sagen und Mythen
„Einführung in die Runenkunde" von Magister Mandrek Thyramos
Verfasserin:
Liadan Blayre
Adepta artem magicam sinistram
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