Vom Wesen der succubi und incubi minori et maiori


Selcarion Alonso, Cavalliero y Figo di Astudillo


succubus minorus / incubus minorus


Zwei Formen gemeiner Succubi kennt die Wissenschaft, und der weitaus häufiger zu erkennende wird als succubus minorus bezeichnet, der mindere Succubus. Diese Bezeichnung leitet sich aus den Fähigkeiten der Kreatur her, die zwar jene menschlicher Lebewesen an Stärke und Geisteskraft sowie Schnelligkeit mit Leichtigkeit zu übertreffen fähig sind, jedoch die Eigenschaft nicht aufweisen, welche man ihnen gemeinhin als Kennzeichen zuschreibt: Die Wandlungsfähigkeit ihrer äußeren Erscheinung, um dem Gegenüber im Rahmen seiner oder ihrer Phantasien zu gefallen.

Die äußerliche Erscheinung der succubi minori bleibt also immer gleich und ist von sehr hoch gewachsener, menschenähnlicher Gestalt, ähnlich einem ausgewachsenen Gargoyle. Die Haut der succubi minori ist von nachtschwarzer Farbe und scheint bei näherer Betrachtung dazu angetan, auf sie fallendes Licht fast vollständig zu schlucken, sodass nur ein sehr matter Glanz auf der glatten Oberfläche zurückbleibt. Dabei ist die Haut der succubi minori jedoch von sehr zäher, lederartiger Konsistenz, die sich nicht weiterverarbeiten lässt, da sie beim Gerbungsprozess an Geschmeidigkeit und Beständigkeit verliert, was ebenfalls für den Gedanken spricht, dass succubi minori zwar eine daimonide Unterart bilden, aber längst nicht über all deren Fähigkeiten und körperliche Eigenschaften verfügen, wenngleich sie diesen durchaus ähneln.

Die Spannweite der Flügel umfasst gut drei bis vier Meter, je nach körperlicher Grundgröße, und reicht vollkommen aus, dem succubus minorus das Fliegen zu ermöglichen. Die Konsistenz der Flügel erinnert bei näherer Untersuchung an eine lederartige Substanz, die jedoch von leichterer Machart ist als jede Ledersorte, die uns bekannt ist – so man gegen den succubus minorus im Kampfe antritt, werden die Flügel in der Regel beim Tode des succubus minorus dergestalt lädiert, dass sie nicht weiter verwendbar sind. Eine sehr dünne Schicht an Fellflaum konnte auf geborgenen Stücken des Flügelleders ebenfalls festgestellt werden, die sich je nach Windeinwirkung aufgestellt hat oder eng an das Leder legte. Es ist also davon auszugehen, dass dieses Flaumfell eine flugunterstützende Wirkung besitzt, ähnlich wie das Fell von Tieren den Wind bei Glättung abhält oder bei Aufstellung aufhält. Ein ähnlicher Effekt lässt sich selbst bei menschlicher Haut feststellen, vom Prinzip her funktioniert die im Volksmund als ‚Gänsehaut’ bezeichnete Körperbehaarung auf Armen, Beinen und Nacken ähnlich, hat jedoch, da uns das Fliegen unmöglich ist, keine wirkliche Auswirkung.

Die körperliche Gestalt eines succubus minorus, auch wenn der Begriff ‚succubus’ eher an eine weibliche Gestalt denken lässt, erscheint ausgesprochen androgyn und weist keine wirklichen Geschlechtsmerkmale auf, weder weiblicher noch männlicher Art. Der mindere Succubus widerspricht seiner Bezeichnung also durchaus durch seine Gestalt, ist er doch weder weiblich noch männlicher Natur, auch verschiedene Sezierungen am toten Objekt ließen nichts auffinden, was einem Geschlechtsorgan ähneln könnte, während alle anderen, lebenswichtigen Organe vorhanden und durch zusätzliche Rippenbögen und ein breiteres Brustbein im Falle des Herzens gar besonders geschützt waren. Auch dies unterstützt die Theorie, dass es sich bei den minderen Succubi oder Incubi um eine Vorform des späteren succubus maiorus handelt, der entweder als succubus oder incubus in weiblicher oder männlicher Grundgestalt erscheint und diese auch nicht zu ändern vermag. Von dieser Grundüberlegung ausgehend, ließe sich eine weitere Theorie entwickeln: Wenn es sich bei der minderen Succubusform um eine Vorstufe zu einer späteren Geschlechtsausprägung handelt, erscheint es schlüssig, dass die Wandlung von den Handlungen des minderen Succubus mitbestimmt wird, was wiederum bedeuten würde, dass die spätere Handlungsweise der succubi oder incubi maiori sich im Wesentlichen unterscheidet. Dies jedoch ließe sich nur unter größerem Aufwand mittels einer Langzeitstudie wahrhaftig überprüfen, da auch die fachliche Literatur zum Thema daimonider Wesenheiten sich stets nur auf die Darstellung der Form des succubus maiorus beschränkt.

Feldstudien haben gezeigt, dass die succubi minori dennoch nicht nur über eine sehr hohe körperliche Kraft verfügen und sich sehr schnell und geschmeidig zu bewegen wissen, sie sind auch, wie man es bei den meisten daimoniden Wesenheiten finden kann, begabt zur Anwendung arcaner Applicationes. Die succubi minori teilen mit so vielen anderen aggressiven Wesenheiten den großen Vorteil, ihre Manipulationen nicht mit Worten begleiten zu müssen, so lässt sich nur nach eingehender Beobachtung feststellen, dass die meisten der durch mindere Succubi angewandten Applicationes unserer Einordnung nach aus den Zirkeln fünf und sieben stammen. Beobachtete Applicationes waren Klingengeister, ein Giftfeld und das Einfrieren jeglicher Bewegung aus dem fünften Zirkel, der Kettenblitz, die Feuersäule und die Absorbierung geistiger Kraft aus dem siebenten Zirkel, wenngleich man nur nach den aufgetretenen Effekten urteilen kann. Fraglich bleibt, wie viele unerforschte Fähigkeiten noch in der Gestalt eines succubus minorus schlummern, doch übersteigt eine intensivere Beobachtung durch ihre Gefährlichkeit bei weitem die Möglichkeiten eines Adepten, da die Offensivkraft der Applicationes nicht ausreicht, um mit einem aggressiv einwirkenden Succubus zurecht zu kommen, wenn man nicht durch eine gewisse Anzahl an Begleitern geschützt ist. Ein solcher Aufwand allerdings macht eine heimliche Beobachtung nahezu unmöglich. Es hat sich gezeigt, dass die succubi minori jedoch eher der Gewalt anhängig sind und sich dieser ob ihrer körperlichen Kraft eher bedienen denn der geistigen, eine Möglichkeit, sie im Falle eines Kampfes mit der Hilfe von roher Waffengewalt zu überwältigen, existiert also durchaus.

Bei aller Betrachtung der succubi minori sollte niemals vergessen werden, dass die Anlagen für das Verhalten der succubi maiori in ihnen schlummern und sie dementsprechend behandeln – als daimonide Wesenheiten werden sie letztendlich nur ihrem eigenen Vorteil folgend handeln, auch wenn sie sich freundlich einem Fremden gegenüber verhalten sollten. Das Wesen der succubi allgemein nährt sich von der Energie anderer, und wird sich niemals wandeln, da es in ihrer Natur liegt, ebenfalls, wie es in der Natur eines Wolfes liegt, zu jagen und Wild zu reißen, in der Natur einer Kuh angesiedelt ist, gemütlich zu grasen und für ihre Kälber Milch zu produzieren.


succubus maiorus / incubus maiorus


Die weitaus gefährlichere Form eines Succubus oder Incubus ist die eines succubus oder incubus maiorus. Die körperliche Erscheinung des Succubus wird in verschiedensten Quellen erstaunlich ähnlich beschrieben – eine menschenähnliche und gleichzeitig daimonide Gestalt. Der Körper eines succubus maiorus weist weibliche Geschlechtsmerkmale auf sowie einen weiblichen Grundkörper, manche Quellen erwähnen auch teilweise geschuppte, teilweise ledrige Haut. Alle stimmen im Falle der Flügel überein, welche eine Spannweite von bis zu vier Metern erreichen können und fähig sind, den succubus maiorus in der Luft zu bewegen. Der Incubus zeigt ebenfalls Flügel, ist aber von männlicher Grundgestalt mit männlichen Geschlechtsorganen, es gibt keinerlei Zwischenform dieser beiden Wesenheiten auf ähnlichem Energieniveau.
Die Hautfarbe des succubus und incubus maiorus erinnert mehr an die menschliche, von heller, rosafarbener bis hin zu ebenholzfarbener Haut sind alle möglichen Schattierungen vertreten und verraten eine Anpassung an den Geschmack ihrer menschlichen Beschwörer. Auch haben verschiedene Quellen beschrieben, dass die Haut der succubi selbst von sehr weicher Qualität sei und einen Beschwörer darob dazu verführe, sie länger zu berühren, als es für den eigenen Seelenfrieden dienlich sei.

Trotz der gemischt menschlichen und daimoniden Grundform, die sich am Schönheitsideal menschlicher Maßstäbe durchaus als sehr exotische, aber dadurch nicht minder anziehende Schönheit beschreiben lässt, ist dies doch nur der Ausgangspunkt einer späteren Transformation, sodass man nicht allzu deutlich auf die Grundform seine Untersuchungen fußen lassen sollte. Auch wurde bislang mangels Möglichkeiten noch nicht erforscht, ob die succubi in ihrer eigenen Grundsphäre und daimonider Umgebung nicht einer andersartigen, mehr daimonid orientierten Grundform existieren und sich bereits vor dem Prozess eines Eintritts in unsere Welt in eine uns gefälligere Gestalt umformen. Es ist bisher nicht klar, aus welcher Sphäre die succubi und incubi in unsere Welt gerufen werden, zwar existieren mehrere Theorien durch fachlich anerkannte collegi, dennoch ist die Fähigkeit der planaren Reise derartig selten gesät und benötigt eine hohe Fachkenntnis der einzelnen Planen, sodass sich Theorien einzelner durch die Beobachtung anderer nicht verifizieren lassen und somit keine unanfechtbare wissenschaftliche Gültigkeit besitzen dürfen.

Sowohl succubus als auch incubus minorus verfügen über die Fähigkeit, die sie berüchtigt und gleichsam bekannt gemacht hat, die Fähigkeit der Transformation ihrer äußeren Gestalt sowie der Stimme als auch des Benehmens. Ein succubus ist fähig dazu, die Gestalt einer real existierenden Person anzunehmen und wie diese zu agieren, so weit, wie die Anweisung des Beschwörers ihn zwingt zu handeln, sei es nun, jemanden körperlich zu verführen, lächerlich zu machen oder anderweitig Gefühle, Ruf, Einkommen und andere Lebensgrundlagen zu zerstören und nachhaltig zu schädigen. In dieser Eigenschaft sind sich succubus und incubus gleich – sie nähren sich durch die Energie ihrer Opfer, sei sie nun sexueller oder geistiger Natur, und nur mit der Aussicht auf diese Nahrung vermag ein Beschwörer überhaupt die Zusammenarbeit mit einem succubus oder incubus maiorus zu erlangen. Sollte ein Beschwörer jedoch eine jener Wesenheiten für das eigene Vergnügen herbei gerufen haben, so darf nicht unerwähnt bleiben, welche Gefahren dabei zu bedenken sind – es ist ein Faktum, dass zwar auf dem Höhepunkt körperlicher Erfüllung das höchste Machtpotential eigener Energien kumuliert, jedoch ist der Geist gerade in jenem Augenblick am angreifbarsten und verwundbarsten geistigen Angriffen gegenüber – was daraus folgern lässt, dass sich die Macht des Beschwörers über den Daimoniden allzu leicht in das Gegenteil verkehren lässt.

Verschiedene Quellen berichten vom Schicksal solcher trauriger Gestalten, die den Rest ihres Lebens, so sie nicht durch eine gelungene Bannung durch andere Hände befreit wurden, als Energielieferant im Zauberbann eines Succubus verbrachten, der die Phantasien des Beschwörers so perfekt bediente, dass der Beschwörer unfähig wurde, die eigenen körperlichen Bedürfnisse noch zu erkennen und im Geiste geleert, verhungerte.
Eine Bannung, nach mehreren Berichten als durchaus schlüssig zu betrachten, lässt sich mit einem in seinen Bedürfnissen befriedigten Daimoniden leichter durchführen als mit einem noch hungernden, der sich mit jeder Faser seines Seins an unsere Welt klammern wird, um sie nicht verlassen zu müssen und doch noch eine Aussicht auf Nahrung haben zu können. Es empfiehlt sich also, dem gerufenen Daimoniden zumindest einen Teil seines Hungers zu erfüllen, sollte man diesen für eigene Experimente benötigen, für die Fremdeinwirkung bei Opfern jedoch sollte eine Bannung wesentlich leichter zu vollführen sein, da die succubi oder incubi vom Opfer erhalten, wonach es ihnen dürstet. Diese hoch manipulativen Wesenheiten werden jedoch keinen Versuch unterlassen, die Gewalt über ihren Beschwörer oder ihre Beschwörerin zu erlangen, nicht zuletzt deshalb, weil diese im Fall einer Beschwörung diejenigen sind, die den Aufenthalt des Daimoniden auf unserer Sphäre zeitlich begrenzen können – einem Succubus wird es immer daran liegen, möglichst lange auf unserer Welt zu weilen, um möglichst viel Nutzen aus ihr zu ziehen und sich so innerhalb anderer Daimoniden behaupten zu können.

In den meisten Quellen lässt sich als Übereinstimmung im Verhalten der succubi und incubi maiori feststellen, dass sie seduktiv, weniger körperlich aggressiv handeln, Gewaltanwendung ist ihnen ob im Vergleich zur menschlichen höheren Körperkraft zwar sehr wohl möglich, dennoch scheinen sie diese zu meiden, solange ihnen durch Verführung und Beneblung der Sinne des Gegenübers noch andere Möglichkeiten bleiben. Dies erlaubt eine Rücküberlegung auf die Vorform als succubus/incubus minorus, welche sich sehr wohl verstärkt körperlicher Gewalt bedienen, um einen Gegner niederzuschlagen – man könnte daraus folgern, dass die Form als succubus oder incubus maiorus es nicht mehr zwingend nötig hat, körperliche Gewalt anzuwenden, da die geistigen und manipulativen Fähigkeiten inzwischen deutlich weiter ausgeprägt sind und sich leichter nutzen lassen. Die Transformierung in die Gestalt einer vom Beschwörer vorgegebenen Lebewesens ähnelt der Applicatio Vas Ylem Rel, die jedoch nicht wie für einen Anwender arcaner Kraft auf einen bestimmten Zeitraum beschränkt ist, sondern eine dem Succubus genehme Länge an Zeit andauern kann. Auch hierin beweist sich nicht nur eine außergewöhnliche mentale Disziplin, sondern auch eine sehr hohe Begabung, welche die der Menschen wohl deutlich übersteigen dürfte.

Einer Beschwörung eines Succubus oder Incubus maiorus sollte also eine Stillung sämtlicher körperlicher und geistiger Bedürfnisse des Beschwörers vorangehen, um so weniger anfällig für die Einflüsterungen und Verwirrungen sein, derer sich der Daimonid versuchen wird zu bedienen. Ein Bannschwert, welches die letztendliche Bannung des Daimoniden aus unserer Sphäre erleichtert, wird ebenso als Hilfe empfohlen wie auch eine spezielle Ritualrobe, die mit bannenden Applicationes versehen sein muss, um einen Körperkontakt zwischen dem Beschwörer und dem Daimoniden zu vermeiden oder einen solchen zumindest für den Daimoniden schmerzhaft zu gestalten. Sollte man zum eigenen Experiment einen succubus oder incubus maiorus beschwören wollen, empfiehlt es sich, dies keinesfalls allein durchzuführen, sondern einen ebenfalls in der Beschwörung geübten collegus beizuziehen, um im Notfall jemanden an der Hand zu haben, der an die Disziplin und Zurückhaltung mahnen kann, die für einen solchen Kontakt vonnöten sind oder gar schlimmeres verhindern kann.


Bannschwert-Weiheritual


Für den Schutz vor daimoniden Wesenheiten sei dem Beschwörer neben einer Ritualrobe, den Schutzmechanismen eines Bannkreises und die Wirkung desselben verstärkenden Einsatzes von Paraphernalien auch die Nutzung eines Bannschwertes angeraten, welches in seiner Grundform aus schlichtem Eisen zu bestehen hat. Entgegen der Lehre der magischen Metalle ist die Umformung zum Bannschwert bei arcan unbehandeltem Grundstoff in die gewünschte Richtung einfacher möglich als beispielsweise bei einem silbernen Grundstoff, welcher bereits eigene Eigenschaften aufweist, die unter Umständen störend wirken könnten, ebenfalls bei noch hochwertigerem Metall wie beispielsweise Blutgestein oder Schwarzfels.

Ein Langdolch oder ein Schwert, unlängst geformt aus den Händen eines fähigen Schmiedes, dessen Klinge ohne Makel und Kratzer ist, stellt den passendsten Grundstock für ein späteres Bannschwert dar, welches in der Zeit vor der Nutzung fernab von der Aufbewahrung an Paraphernalia und arcan geladenen Gegenständen aufbewahrt werden sollte. Zudem sollte sich derjenige, welcher seine geistige Kraft in die Waffe zu speisen versuchen wird, drei Tage vor dem günstigen Termin (Vollmond, im gleißenden Licht der Nacht entfaltet die Applicatio ihre volle Wirkung) sexuelle Enthaltsamkeit zu üben, keinerlei arcane Applicatio zu wirken, um geistige Kraft zu sammeln, bis auf einfache Nahrungsmittel wie Brot zu fasten, und nur klares Wasser zu trinken, um im Augenblick der Weihe sein vollstes Potential an reiner Kraft entfalten zu können. Ebenfalls richte man folgende Paraphernalia zusammen, bei Kräutern und Edelsteinen ist auf Frische und Reinheit zu achten:

Daimonenknochen (gesäubert und sowohl von Blut- als auch Fleischresten bereinigt), Molchaugen (zwei Stück, ohne Faser- oder Aderreste), Spinnenseide (zwei Unzen), Knoblauchzehen (vier Stück, vor dem Ritual anzuritzen, um sie leichter als Kraftquelle nutzen zu können), Diamanten (zwei Stück, geschliffen), Obsidian (fünf sauber gebrochene Scherben, die nicht mehr bröckeln), Alraunenpulver (vier Unzen, so trocken wie möglich), fünf weiße Kerzen, die in klarem Wasser aufbewahrt wurden, ein Schmuckstück aus Silber

Ein fünfzackiger Stern mit äusserem, rundem Rand, gemeinhin als Pentagramm bezeichnet, sei die Grundlage des Rituals, mit weißer Kreide gezeichnet, um den lichten Weg der späteren Waffe zu bezeichnen. Die fünf weissen Kerzen seien auf jedem Ende des Sterns zu platzieren und zu entzünden, ebenso die Paraphernalia in der Reihenfolge Daimonenknochen, Molchaugen, Spinnenseide, Knoblauchzehen und Diamanten. Die ungeweihte Klinge sei in der Mitte des Sterns zu platzieren, das Schmuckstück über den Griff der Klinge gelegt, das Alraunenpulver über die Klinge gestreut, die fünf Obsidianscherben auf die Klinge ausgebreitet. So alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, verharre der Applicant schweigend und sammle seine Kräfte, um das Ritual zu beginnen. Folgender Text sei zu sprechen, nachdem die Konzentration vorhanden ist, um die geistige Kraft so lange zurückzuhalten, bis sie gebraucht wird:

Daimonenknochen: Dies sei gegeben zu stärken die Kraft gegen Gezücht der tiefsten Höllen!
Molchaugen: Dies sei gegeben, Weitsicht und Klarheit zu gewinnen im Kampfe und in der Beherrschung!
Spinnenseide: Dies sei gegeben, den Geist zu binden an die wahre Macht, an jedes Wort!
Knoblauchzehen: Dies sei gegeben, zu schützen vor Unheil, Gefahr und Gewalt!
Diamanten: Dies sei gegeben, die Reinheit und Klarheit aller Worte und Wünsche zu erhalten!
Obsidian, Alraunenpulver: Dies sei gegeben, die Kraft zu binden für alle Zeiten, in denen meine Hand dies Schwerte führet!
Silbergeschmeide: Dies sei gegeben, die Reinheit der Klinge zu formen und zu bewahren!

Sind alle Paraphernalia auf diese Weise abgehandelt, trete der Applicant in die Mitte des Pentagramms und spreche unter Aufwendung seiner gesamten geistigen Kraft folgende Worte:

Worte des Weiherituals:
Geweiht nun seiest Du der Kraft zu herrschen und zu bannen,
geweiht für alle Zeit, in der die Kraft meines Willens,
die Stärke meines Herzens und
die Unendlichkeit der arcanen Kraft versammelt seien!
AN XEN CORP SANCT!

So keine Fehler begangen wurden und die geistige Kraft des Applicanten vollkommen auf die Waffe gerichtet wurde, verzehren sich die Paraphernalien vollständig und auch die Flammen der Kerzen erlöschen – die nun geweihte und mit den Runenzeichen An Xen Corp Sanct versehene Klinge bleibt zurück. Zur Regenerierung der eigenen Kraft sei dem Applicanten angeraten, sich in den nächsten zwei Tagen nur wissenschaftlich, nicht aber arcan zu betätigen und die geweihte Waffe in einer gesonderten Kiste aufzubewahren, so man sie nicht mit sich trägt. Jene Waffe ist nun dazu bereit, sie gegen Daimoniden zur Bannung einzusetzen – ein Ritual, das sich auch bereits mit den begrenzten Kenntnissen eines Adepten durchführen lässt, ist es mir doch ebenfalls gelungen. Die arcane Aufladung eines Bannschwertes ist auch im astralen Raum noch deutlich projiziert zu entdecken.


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