Thesis der planaristischen Elementarlehre in Bezug auf die Semantik
(Relnor Askiri)
Ad Primo: Zweck dieser Thesis
In meiner Absicht in naher Zukunft eine Reihe von Vorträgen zum
Thema planaristischer Elementarmagie zu halten sei vorab das folgende
Traktat zur Begleitung der Vortragsreihe den geschätzten Collegi et
Adepti zur Verfügung gestellt.
Sinn und Zweck dieser Thesis ist es Collegi und Studiosi die
Zusammenhänge zwischen der planaristischen Elementarlehre und der
semantischen Erfassung der einzelnen Elemente näher zu bringen. Hierbei
seien behandelt sowohl die Primär- als auch die Quasi- und Paraelemente
welche keine direkte Repräsentierung in der bekannten Semantiklehre
finden.
Ad Secundo: Das planaristische Elementarmodell
Ausgegangen wird in diesem Modell von der Existenz zweier Energieformen und vierer Primärelemente.
Diese sind die Elemente Erde, Feuer, Wasser und Luft als
Primärelemente und die Energie des Lebens und die Energie der Entropie.
Durch Kombination dieser grundlegenden Baustoffe der Materie gelangen wir zu jeder bekannten Form von Materie.
Die Primärelemente teilen sich in zwei Paare jeweils
gegensätzlicher Elemente. Dies wären das Paar Feuer zu Wasser sowie
Erde zu Luft. Die entgegengesetzten Primärelemente sind in ihrer
Reinform nicht miteinander kombinierbar, da sie sich gegenseitig
negieren würden. Die Combinatio benachbart liegender Elemente, also zum
Beispiel Feuer und Erde ist hingegen sehr wohl möglich und resultiert
in den sogenannten Paraelementen. Dieser kennt der Planarist vier an der Zahl welche wie folgt benannt sind:
Erde zu Feuer: Magma
Erde zu Wasser: Schlamm
Wasser zu Luft: Eis
Luft zu Feuer: Rauch
Ziehen wir nun die beiden Energieformen hinzu ergibt sich der
Zustand das beide Energieformen einander negieren. Gewinnt eine der
Energieformen in einem genannten Primärelement die Oberhand so sprechen
wir von Ausbildung eines Quasielementes. Dieser gibt es 8 Stück welche
im Folgenden genannt werden:
Die Quasielemente der positiven Energie
Erde - positive Energie: Mineral bzw. Edelstein (Kristall)
Feuer - positive Energie: Strahlung
Luft - positive Energie: Blitze
Wasser - positive Energie: Dampf bzw. Nebel
Die Quasielemente der negativen Energie
Erde - negative Energie: Staub
Feuer - negative Energie: Asche
Luft - negative Energie: Vakuum
Wasser - negative Energie: Salz
Jedes der dedizierten Primär, Para und Quasielemente beansprucht
eine eigene innere Ebene für sich, deren Physis eine extreme Ausprägung
des dominanten Elementes ist. Zu der Thematik der inneren Ebenen und allgemeiner
planaristischer Fragen verweise ich auf meine Arbeit "Einführung in die
Planaristik".
Ad Tertio: Die Elemente in der Semantik
Wer sich eingehender mit der Semantik beschäftigt deren die 26
bekannten Worte der Macht zugrunde liegen wird feststellen das es nur 3
Runen gibt die unmittelbar Elemente symbolisieren sowie nur eine
einzige welche "Energie" desginiert. Aufgrund der Ausprägung die Zauber
haben welche sich dieser Rune bedienen kann davon ausgegangen werden
das hier die positive Energieform gemeint ist.
Um alle weiteren Elemente darstellen zu können benötigt man demzufolge Kombinationen der vorhandenen Runen.
Die existenten originären Elementarrunen sind:
Flam für das Primärelement Feuer
Hur für das Primärelement Luft
Ylem für das Primärelement Erde
Hinzu kommt die Rune Grav welche sowohl für Feldeffektzauber
verwendet wird, als auch mit Energie assoziiert wird. Hierzu vergleiche
man die Formulae Vas Ort Grav und Por Ort Grav. Alle Para und Quasielemente und das Primärelement Wasser müssen
vermittels der bestehenden Runen durch Combinatio derselben dargestellt
werden. Betrachtet man dies in Zusammenhang mit der Elementartheorie von
zwei jeweils entgegengesetzten Elementen so ergibt sich der Schluß das
ein Element durch verwendung der Negation seines entgegengesetzten
Elementes erzeugt werden kann. Exemplarisch sei hier das Primärelement Wasser angeführt welches
über keine eigene Rune in der Semantik verfügt. Diese müßte demgemäß
über die Negation des entgegengesetzten Elementes (Feuer) erzeugt
werden. So postuliere man hier die Formel "An Flam". Negiere das Feuer
um Wasser zu erhalten. Dies fortführend müßte man eine Äquivalenz zwischen "An Hur" und
"Ylem" vermuten welche aus rein astraler Sicht vermutlich gegeben ist,
jedoch sich nicht praktisch nachweisen läßt. Praktische Hinweise liefert die Formula Kal Vas Xen An Flam,
welche ein Wasserelementar hervorbringt. Hier zeigt sich das das Wasser
in der Tat durch Negation von Feuer dargestellt wird.
Ad Quarto: Die Darstellung der Paraelemente:
Da keines der bekannten Quasi und Paraelemente über eine eigene
Rune verfügt müßten auch diese durch Kombination benachbarter
Primärelemente (und deren Symbolen) darstellbar sein:
"Flam Hur" wäre demgemäß Rauch
"An Flam Ylem" stünde für Schlamm
"Hur An Flam" für Eis und ad finitum
"Flam Ylem" für Magma
Ad Quinto: Die Darstellung der Quasielemente:
Die Tatsache das die Quasielemente aus der Combinatio eines
Primärelementes und einer Energieform entspringen macht es notwendig in
der semantischen Synthesis der Formel die Energierunen zu verwenden.
Dero kennen wir zwei, die da wären Ort und Grav. Wie schon vorhergehend
hergeleitet spricht dies nur die positive Energieform an. Ad analogum
zu den gegensätzlichen Primärelementepaaren müssen wir auch die beiden
Energieformen als solches Paar betrachten. Führen wir diese Analogie
weiter so gelangen wir zu dem Schluß, daß über direkte Verwendung der
bekannten Energierunen nur die positiven Ausprägungen der Quasielemente
erzeugt werden können. Die negativen Ausprägungen müssen vulgo über die
Verwendung des entsprechenden Primärelementes und die Verwendung der
Negation der positiven Energieform dargestellt werden. Die Negation erfolgt in der Semantik grundsätzlich mittels des
Wortes "An". Eine Absenkung des Energieniveaus mittels "Des" ist in
diesem Zusammenhang insuffizient da wir eine Umkehrung der Energieform
benötigen und nicht ein Absinken der Energiedichte bei Konstanz der
Ausprägung.
Da die Energie in ihrer Reinform für gewöhnlich über die Rune Grav
oder vermittels der Combination "Ort Grav" wie in den Blitzzaubern
angesprochen wird ist davon auszugehen das die negative Energieform
vermittels "An Grav" respektive "An Ort Grav" angesprochen wird. Dies
mag auf den ersten Blick unlogisch erscheinen negiert die Formel An
Grav doch Feldzauber. Hierbei sei jedoch zu beachten das der Rune Grav
in der Semantik eine Duale Bedeutung zukommt. Sie kann sowohl für einen
Feldeffekt als auch einen Energieeffekt stehen und somit wäre die
verwendung von "An Grav" zur Darstellung der negativen Energie
semantisch korrekt. Dennoch gebietet sich aufgrund der Nähe zu den
Feldeffekten wohl eher die Anwendung von "An Ort Grav" wobei mittels
der Syllabe "Ort" die Energiebezogenheit der Rune "Grav" klarifiziert
wird. Die Darstellung reiner negativer Energie ist ebenso wie die
Darstellung reiner positiver Energie nicht möglich, da die schädlichen
Auswirkungen auf den Geist des Anwenders diesen bei dem Versuch einen
Ductus zu öffnen unweigerlich töten würden. Demzufolge macht nur die
Anwendung im Kontext mit Elementarrunen Sinn. Zwar ist es möglich die
Energieformen in Reinheit mittels artefaktalischer Apparate
darzustellen, die Konstruktion solcher Geräte ist jedoch derartig
komplex das in nur wenigen Fällen der Aufwand im Verhältnis zum Nutzen
steht.
Zur Erzeugung der vier Quasielemente positiver Ausprägung lassen sich nunmehr folgende Formulae postulieren:
"Flam Ort Grav" würde demzfolge Strahlung erzeugen. Flam spricht
das Element Feuer und Ort Grav die positive Energie an. Das positive
Quasielement des Feuers ist die Strahlung welche sich auf materieller
Ebene in Form von Licht und Wärmeerscheinung manifestieren würde. Da
die Quasielementarebene der Strahlung als gleißend helles Spiel aller
erdenklicher Farben beschrieben wird ist davon auszugehen das sich
vermittels Flam Ort Grav wohl ähnliche Effekte erzeugen ließen wenn
auch in weit geringerer Potentia. Mittels Fokussierung ließe sich wohl
auch gezielter mit der Strahlung verfahren jedoch bedürfte es wohl
intensiver Studien um praktische Anwendungsmöglichkeiten zu entdecken.
"An Flam Ort Grav" stünde analog für die positive Ausprägung der
Quasielemente des Wassers. Dampf oder Nebel. Die Applicatio würde
demgemäß eine Wolke von heißem Dampf oder warmen Nebel hervorbringen.
"Ylem Ort Grav" würde das positive Quasielement der Erde
beschreiben welches Kristalle, Mineralien und Edelsteine sind. Dennoch
steht es zur Diskussion ob die Anwendung derartig genau steuerbar wäre
um einen bestimmten Typus dieses Quasielementes zu erzeugen. Immerhin
bestimmt das Verbindungsverhältnis mit allen anderen Elementen sehr
feinteilig über die entstehende Structura. Mit Hilfe dieser Formel
reich zu werden ist nach meinem dafürhalten ausgeschlossen da es unter
den Myriaden von Mineralien nur einen Bruchteil gibt die wertvoll sind.
"Hur Ort Grav" Die Ebene der Blitze ist ein lichtdurchzucktes
donnerndes Gewirr von Blitzen, ein nie enden wollender Gewittersturm.
Das positive Quasielement der Luft ist ein Blitz. Die frappierende
Analogie zum "Por Ort Grav" fällt hier ins Auge. Es ist davon
auszugehen das jene Formula lediglich die Durchmischung von der sowieso
vorhandenen Luft und einer kleinen Menge positiver Energie in Gang
setzt wodurch instantan und kurzzeitig das besagte Quasielement
entsteht.
Zur Erzeugung der vier Quasielemente negativer Ausprägung ließen sich analog folgende Formulae postulieren:
"Flam An Ort Grav" zu beachten sei das die Syllabe "AN" erst zu dem
die Energie deskribierenden Passus der Formel genannt wird, da wir
nicht das Element negieren, wie bei der Darstellung des Wassers,
sondern die Energieform mit der das Quasielement gebildet wird. Das negativ geprägte Quasielement des Feuers ist die Asche. Wozu
man dieses Quasielement darstellen wollen würde ist fraglich, doch
würden weitergehende Studien sicherlich sinnvolle Applicationes
offenbaren.
"An Flam An Ort Grav" Die doppelte Verwendung der Syllabe an, mag
den klassischen Semantiker verwunderlich stimmen. Dennoch ist es eine
zwingende Notwendigkeit mangels einer einzelnen Rune die das Element
Wasser beschreibt. Das zweite An negiert wie auch in unserem ersten
Fall die Energieform. Quasielementares Salz ist für Einwohner materieller Ebenen
ungenießbar. Seine Salzkraft ist enorm und selbst ein kleiner Brocken
davon vermag einen Brunnen auf Jahre hinaus zu versalzen. Auch hier
seien weitere Studien empfohlen ehe man leichtfertig eine Anwendung
versucht.
"Ylem An Ort Grav" Die Partikel brennen in Nase und Rachen, die
Sicht ist keine Handbreit alles ist trocken. Die Quasielementarebene
des Staubes. In ihren Tiefen ein nahezu undurchdringlicher allen Raum
füllender Treibsand an ihren Grenzschichten ein nie enden wollender
Staubsturm. Vermutlich würde die Applicatio eine Wolke oder einen
Haufen lockeren Staubes produzieren.
"Hur An Ort Grav" zu guter Letzt die negative Ausprägung des
Elementes Luft. Da das negative Quasielement der Luft das Vakuum ist
erschließt sich der Sinn einer offenen Anwendung nicht, denn das
entstehende Vakuum würde sofort von der umgebenen Luft der Atmosphäre
aufgefüllt. Sinn scheint diese Formula nur dann zu machen wenn kleinere
abgeschlossene Behältnisse luftleer gemacht werden sollten, wobei
aufgrund mangelnder Fertigungsqualität zur Diskussion stünde wie lang
sie denn auch luftleer bleiben.
Ad Sexto: Erzeugung der Elemente vermittels einer Formula
Die oben aufgeführten Formulae sind lediglich Beschreibung für die
Elemente. Diese für sich allein stehend würden nichts bewirken und
müssen entweder im Kontext der Rune "In" oder der Rune "Kal" verwendet
werden. Im ersteren Fall würde die Erzeugung des angestrebten Elementes
durch Auftrennung lokal verfügbarer Materie entstehen, da es sich um
eine "Erschaffung" handelt und nicht um eine Herbeischaffung aus den
inneren Ebenen. Die Verwendung der Rune "Kal" hingegen würde vermittels
Beschwörungsmagie genau dies bewerkstelligen. Welche der Formulae
aufwendiger, komplexer in der Durchführung und vor allem auch
anstrengender für den Anwender ist ist fraglich, jedoch sei von allzu
freizügigem Gebrauch von Beschwörungen abgeraten, da durch die
Entstehung aus dem astralen Subplanum herausführender Ducti dessen
Stabilität gefährdet wird. Auch sind Beschwörungen welcher Art auch
immer gewissen Unsicherheiten unterworfen. Elementare Materie kann zu
jedem beliebigen Zeitpunkt von einem Elementargeist beherrscht sein.
Diese zu just diesem Zeitpunkt auf die materielle Ebene zu beschwören,
könnte für Anwender und Umgebung unabsehbare Folgen haben. Für
unerfahrene Anwender und solche die über unzureichende
Sicherrungsmaßnahmen verfügen sei daher die lokale Auftrennung
vorhandener Materie mittels "In" angeraten.
Ein weiterer Unterschied muß den Ausgangsbedingungen zufolge in der
erzeugbaren Menge der genannten Elemente und deren Haltbarkeit liegen.
Die Auftrennung mittels "In" läßt stets Unreinheiten der umgebenen
Materie im Ergebnis zurück wodurch der Drang nach Durchmischung und
Rückkehr in den Normalzustand intensiviert wird. Vermittels "In"
erzeugte Elementarmengen werden demgemäß eine weit kürzere Verweildauer
besitzen. Auch die erzeugten Mengen müssen ergo weit geringer ausfallen
da die Auftrennung des materiellen Elementargemisches eine aufwendige
und komplexe Angelegenheit ist. Zur Darstellung großer Mengen reiner
Elemente ist daher die Verwendung von "Kal" unumgänglich, mit den
beschriebenen Nebenwirkungen und Gefahren.
Ad Septo: Weitere Hinweise und Schlußwort
Bei Arbeit mit elementarer Materie behalte man stets im Hinterkopf
das die reinen Elemente extreme Ausprägungen der uns bekannten
materiellen Elemente sind. Ihre Auswirkungen auf die Umgebung, und
damit auch den ihnen ausgesetzten Anwender sind viel stärker und
aufgrund dessen sind auch Wirkungen zu erwarten die bei normalem Umgang
mit primärmateriellen Elementen nicht zu erwarten sind. Paraelementares Eis ist um ein vielfaches Kälter als das bekannte
materielle Eis. Kleine Stücken davon vermögen eine solch immense Kälte
zu verströmen das ein etwa faustgroßes Stück einen mittelgroßen Raum in
eisige Kälte tauchen kann. Eine direkte Berührung mit dem Eis ist für
die entsprechenden Extremitäten meist fatal und führt augenblicklich zu
schlimmsten Erfrierungen, so nicht entsprechende
Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden. Anfängern im Bereich der Elementaristik seien für erste
Experimente eher die harmloseren Elemente empfohlen. Luft, Wasser,
Staub, Asche stellen nur geringe Risiken dar und eignen sich für
anfängliche Experimente. Von den aggressiveren Elementen wie Feuer,
Blitz und Eis halte man sich fern ehe man fundiertes Wissen darüber
besitzt wie man sich selbst und die Umgebung vor den Auswirkungen der
freigesetzten Elementarkräfte schützen kann.
Ich hoffe dies Elaborat bringt ein wenig Klarheit in die
semantische Theorie der Elementaristik und spornt junge Adepti zu
Forschungen an, jedoch immer im Hinblick auf die Sicherheit der
Forschenden.
ich verbleibe somit in collegialer Hochachtung
Relnor Askiri
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